Freitag, 16. September 2011

Der Wille

Gehauchte Koseworte im Bombenhagel,
Die schützende Hand über das Köpfchen gehalten.
Starres Entsetzen im Gesicht der jungen Mutter,
Es gilt junges Leben zu bewahren.

An Schlemmerbanketten wurde entschieden,
Der Krieg soll es nun richten.
Wenn Diplomatie versagt,
Steigen viele ins Grab.

Heckenschützen mit hungrigen Magen
Kämpfen gegen die feindlichen Plagen.
Kettenrasseln auf kalkweißem Boden
Hinterlassen Schleifspuren gewalttätiger Antipoden.

Querschläger singend im Fleisch,
Die verwitterte Landschaft zerfällt.
Der Wille eines einzigen Individuums
Zermahlt alles zu trockenem Staub.

Welch ein gewaltiger Raub!


Donnerstag, 15. September 2011

Der gläserne Sarg

Zwölf stumme Männer trugen mich
in einem Sarge von Kristall
hinunter an des Meeres Strand,
bis an der Brandung Rand hinaus.
So hatte ich's im Testament
bestimmt: Man bette meinen Leib
in einem Sarge von Kristall
und trage ihn der Ebbe nach,
bis sie den tiefsten Stand erreicht.

„Bussi-Bussi-Politik“

Man mag ja zur FDP stehen wie man will, aber dass sich eine Partei angesichts ihrer desolaten Lage profilieren will, ist in einer Demokratie doch mehr als legitim.
Der Vorwurf des Populismus greift deshalb nicht, denn da gab es schon ganz andere Populisten, die die Gunst der Massen zu gewinnen suchten und auch fanden, wie zum Beispiel G. Schröder.

Im Übrigen in einer Demokratie kann und darf es keine Denkverbote geben, denn sonst wäre es ja keine Demokratie mehr. Inhaltlich hat Herr Rösler doch recht, wenn er sagt, dass man perspektivisch den Austritt Griechenlands aus der Eurozone mit auf dem Schirm haben muss.

Aber klar doch, die Märkte könnten ja nervös reagieren und dann bricht über uns alle die „Sintflut“ herein. Die Macht der Finanzmärkte sollte endlich in ihre Schranken gewiesen werden, aber dafür bräuchte man eben Politiker mit Eiern, welche die Zügel in die Hand nehmen. Die Deregulierung war jedenfalls ein Schuss ins eigene Knie.

Die „Bussi-Bussi-Politik“ zwischen Herrn Sarkozy und Frau Merkel hilft da jedenfalls auch nicht weiter.

Mittwoch, 14. September 2011

Der Frosch

Tief unterm Wasserspiegel
Klotzt mich ein Datum an
Monströs die Zahlen
Sind denn schon Wahlen?


Dienstag, 13. September 2011

Schicksal

Weißglühend dein Atem,
Vom Himmel herab ein Grollen.
Ein bläuliches Licht auf deiner Rüstung,
Die Spitze deiner Lanze glüht.

Ich gewinne Raum in den langsam sich leerenden Räumen.
Mein Auge streift die fahle Unendlichkeit.
Blendend der göttliche Widerschein.
Ich halte stand!

Meine Roßstirn legt sich in Falten,
Das Zaumzeug ist schwingende Zier.
Bin ich auf Reisen, kau’ ich an Eisen

Dem angesagtem Untergang gerade wieder einmal entronnen
Und gleichzeitig den nächsten gähnenden Abgrund überspringend
Frage ich mich: Wie lange wird es noch so weitergehen?

Ich schließe fest die Augen



Montag, 12. September 2011

Aphorismus

Die Geschichte des guten Jesus hab ich nun so satt, daß ich sie von keinem, außer von ihm selbst, hören möchte.

Johann Wolfgang von Goethe, (1749 - 1832), deutscher Dichter der Klassik, Naturwissenschaftler und Staatsmann

Freitag, 9. September 2011

Coolness

Cool zu sein bedarf es wenig 
Und wer cool ist, ist ein König.
Lieb zu sein bedarf es mehr
Manchmal eine Schubumkehr.

Sag dem Coolnessdruck Adieu!
Stattdessen lieber Menschlichkeit.
Coole Typen kannst' vergessen
Ohne Herz & sexbesessen.

Unser Zeitgeist ist kein Guter
Überall herrscht Coolnessdruck.
Doch des Menschen wahrer Kern
Ist und bleibt sein Liebesstern.




Nagelprobe

Niemand, vor allem nicht Deutschland kann die Griechen zwingen sich in ein Korsett zu zwängen, welches ihnen die Luft zum Atmen raubt.
Sind wir schon wieder so weit, dass wir mit dem Zeigefinger auf unbotmäßige Länder deuten, um ihnen zu zeigen wo der „Hammer“ hängt.